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Im Falle einer Krise

Im Rahmen psychiatrischer Erkrankungen, aber auch in anderen Belastungssituationen kann es unvermittelt zu drastischen Verschlechterungen (Krisen) kommen. Hier allgemeingültige Handlungsanweisungen für solche Krisen zu geben ist nicht möglich, dennoch finden Sie im folgenden einige Tipps zum Umgang mit Krisen.

Oft ist es existentielle Angst die das Handeln der Patienten leitet und diese gegenüber wohlgemeinten Ratschlägen taub macht. Psychotische Patienten stellen häufig, aufgrund fehlender Krankheitseinsicht, für dessen Familienangehörige, Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen eine massive Belastung dar. In Extremfällen können sie durch ihre Handlungen eine ernste Gefahr für sich selbst (Suizidalität) oder aber für Dritte darstellen.

In solchen Krisensituationen ist das oberste Gebot Ruhe bewahren und wohlüberlegt zu handeln. Sollte eine beruhigende Einflußnahme nicht mehr möglich sein empfiehlt es sich zunächst professionellen Rat einzuholen. Hierzu setzen Sie sich mit der für ihr Wohngebiet zuständigen Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle oder dem entsprechenden psychiatrischen Krankenhaus in Verbindung (Kliniken), rufen den Psychosozialen Krisendienst an (Krisendienst) oder benachrichtigen das für Sie zuständige Polizeirevier (siehe auch Versorgungsgebiete). Bei all diesen Stellen können Sie selbstverständlich auch anonym anrufen, um sich beraten zu lassen.

Scheuen Sie sich nicht, sich in schwierigen Situationen Rat und Hilfe bei der Polizei zu holen. Die Beamte sind im Umgang mit gefährlichen Situationen geübt und nutzen besondere Techniken zur Deeskalation. In vielen Fällen hat allein schon die Uniform eine angstlindernde und damit die Situation entspannende Wirkung auf psychisch kranke Menschen in Ausnahmesituationen. Oftmals ist in solchen Fällen eine Zwangseinweisung durch die Polizei gar nicht notwendig, da viele der Betroffenen sich nach den Gesprächen mit der Polizei doch freiwillig in ärztliche Behandlung begeben, bzw. zumindest mit einem Arzt reden.

Für den Fall, dass Sie zu einem Patienten kommen, der gerade einen Selbstmordversuch unternommen hat rufen Sie unverzüglich einen Notarzt  (Tel.: 112) um keine wertvolle Zeit zu verlieren !!!